Transformation durch Obertöne

Jeder, der beginnt, Techniken des Obertongesangs zu erlernen, macht dieselbe Erfahrung: Die Wahrnehmung beginnt sich zu verändern. Besonders das Hören erweitert sich nach und nach zu einer deutlichen Wahrnehmung des „Klanges“ als klar definierte Obertonreihen. Mit einem Mal wird die Fülle der Obertöne hörbar, die über einem Chor, einem Orchester schwebt, und diese Empfindung wird viel stärker und intensiver wahrgenommen, als die Oberfläche der Melodie, deren Töne ja letztlich nur die Grundtöne, die Basis für das explodierende Spektrum der Obertöne sind. Der stetige, über längere Zeit gleichbleibende Grundton beim Obertongesang führt in die Tiefe, hinter die Oberfläche der Melodie, die nach außen statt nach innen weist. Die Obertöne entfalten ihre ganze Schönheit und Macht in der Stille des eigenen Innenraumes, beim Sänger, wie auch beim Zuhörer. Lenkt die Veränderung des Grundtones, die Melodie, die Aufmerksamkeit nach außen, an die Oberfläche, so führen der Klang, die Obertöne, zur inneren Wahrnehmung, zur Meditation.